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Die Stadt und ihre Bediensteten

Dezember 20th, 2007 · No Comments

Im Stadtzentrum sind Parkplätze rar und teuer. Wenn dann auch noch (relativ große) öffentlichen Behörden mit ihren Angestellten und Beamteten dazu kommen, die einen Parkplatz benötigen, dann wird es schnell eng. Um das Problem zu lösen, gab es in meiner Heimatstadt eine einfache Lösung: rund um die öffentlichen Gebäude wurden Anwohnerparkplätze errichtet. Punkt.
Hier durften fortan nur noch Fahrzeuge abgestellt werden, die entweder einen Anwohnerparkausweis besaßen oder aber eine Parkscheibe gut sichtbar im Auto hinterlegt hatten, Höchstparkdauer: drei Stunden. Das reicht für einen arbeitenden Mitarbeiter im öffentlichen Dienst vermutlich nicht. Dass die Ausweise für die Anwohner € 30,- pro Jahr kosten (für den Verwaltungsaufwand) sei nur am Rande erwähnt.
Dumm nur, dass die Bediensteten ihrerseits überlegten, einfach zwei Straßen weiter entfernt zu parken – also außerhalb des Bereichs, den man ja gerade für Anwohner reserviert hatte. Das Problem wurde also nicht gelöst sondern einfach verschoben. Schon gab es die nächsten Beschwerden und siehe da, auch die nächste Idee: wie bei einer Zwiebel die Ringe, mussten die nächsten Straßen ebenfalls als Anwohnergebiete ausgeschildert werden – natürlich müssen die Anwohner auch hier die entsprechenden "Anwohnerparkgebühren" entrichten – es handelt sich ja um einen Verwaltungsaufwand.
Man kann sich vorstellen, was als nächstes passiert: die Bewohner der nächsten Straßen beschwerten sich, da nun die Bediensteten hier parkten (vierte Zwiebelschale). Das Spielchen beginnt von vorn.
Inzwischen sind wir bei der "Außenschale" angekommen. Die Stadt verdient sicherlich ordentlich an den sogenannten Verwaltungsgebühren, die jährlich fällig werden und die Bediensteten ärgern sich täglich über den recht langen zusätzlichen Fußweg. Schade nur, dass das Problem nicht gelöst wird sondern einfach nur so lange verschoben wird, bis diejenigen, die sich darüber beschweren, keine starke Lobby im Rathaus besitzen. Komisch ist ja auch, dass Anwohnerbereiche für Straßen eingerichtet wurden, in denen nur Einfamilienhäuser stehen – und man stelle sich vor, in diesen Straßen haben alle Häuser sogar Garagen!?

Tags: zeitgeschehen

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